Kantor Imigrasi

Bei meinem Besuch im Immigrationsbüro lernte ich, dass in Indonesien durchaus strenge Regeln herrschen und diese auch eingehalten werden müssen. Allerdings ist man gerne behilflich wenn es um das Einhalten geht. Um 13 Uhr hatte ich einen Termin mit Agent Mr. Apeng für mein indonesisches Aufenthaltsvisum, “Kitas”. Gleich am Eingang stand ein riesiger Plakataufsteller mit dem Dresscode für das staatliche Gebäude, “No Go: T-shirt, Trägertop, Minirock, Kamera, Flip-Flops, Shorts!”
Ausgerechnet war es ein sehr heißer Tag (haha) und ich hatte eine Shorts an. Es waren noch locker 10 Schritte bis zum Eingang, da kam mir der Türsteher schon mit einer abwehrenden Handbewegung entgegen. Kein Einlass für mich und meine “nackten Beine”. Ich rief Mr. Apeng an. Akustisch konnte ich nicht verstehen was er sagte, also erklärte ich einfach zweimal laut, dass ich vor der Tür stehe und nicht rein kann. Er kam dann zum Glück wenige Minuten später raus, schaute mich (von unten) von unten bis oben an und grinste breit. Ich sagte etwa 10 Mal, dass es mir leid tut, dass ich keine Ahnung hatte. Es folgten grinsende Blickwechsel mit dem Türsteher und zwei anderen Rumstehern (meistens stehen mindestens zwei Angestellte zusätzlich rum – egal wo Du bist, oftmals sind es aber auch viel mehr, ich hatte also Glück diesmal, nicht so viel Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen).
Auch mit Mr. Apeng hatte ich Glück. Es war ein Mann mit Taten. Schnellentschlossen nahm er mich durch die Seitenglastür mit und führte mich direkt zur Putzfrau. Dort fragte er mich – gleichzeitig mit einem anderen, der uns gefolgt war – nach meiner Hosengröße. Ich sagte zur Sicherheit 40. Aus der Putzfrauenkammer reichte mir eine winzige Putzfrau daraufhin eine putzfrauenblaue Hose “für Kinder”. Mit der lotste man mich auf die Toilette. Natürlich passte sie nicht. Ich musste also den Reißverschluss ganz auflassen und mein Trägerhemd, so tief wie möglich ziehen. Als ich aus der Toilette kam musterten mich Mr. Apeng, der Rumsteher und die Putzfrau. Anscheinend waren sie zufrieden mit dem was sie sahen (oder nicht sahen) und ich wurde weiter geführt. Die Kamera, die ich in meiner Kameratasche dabei hatte beachtete dabei keiner.
Das Gebäude war voll mit Imigranten aus aller Welt. Es ging ein bisschen zu wie an der Börse. Keine Ahnung, ob es an der Hose lag, ohne welche die Putzfrau nicht weiter arbeiten konnte. Jedenfalls war ich sofort dran, es wurde ein Foto von mir mit rotem Hintergrund gemacht, alle 10 Finger gescannt, 5 Unterschriften abgenommen und nach 15 Minuten wurde ich von Mr. Apeng wieder zur Toilette geführt, um den Hosendeal rückgängig zu machen. Viel länger hätte ich es aber auch nicht ausgehalten. Könnt Ihr Euch vorstellen wie breit ich gegrinst habe, als ich aus dem Gebäude lief?

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